Legaler Betrug

Legaler Betrug

Die klassischen Altersvorsorgeprodukte dürfen als ‚Legaler Betrug‘ bezeichnet werden. Dies urteilte das Hamburger Landesgericht (AZ 74 047/83) 1983. Damit unterliegt die Kapitallebensversicherung dem ‚Legalen Betrug‘. Auch Verträge wie die Rüruprente (Basisrente), die Riesterrente und die betriebliche Altersvorsorge zählen dazu.

Worin genau der ‚Legale Betrug‘ besteht, welche Konsequenzen diese Produkte für Sie haben und wie Sie den ‚Legalen Betrug‘ umgehen können, wird in diesem Beitrag beschrieben.

‚Legaler Betrug‘ – eine kleine Agenda

  • Des Deutschen liebstes Kind: Garantie und Steuerersparnis
  • Was hat es mit der Garantie auf sich?
  • Welche Produkte sind betroffen?
  • ‚Legaler Betrug‘ – worin liegt er begründet?
  • Lösungsansatz

Des Deutschen liebstes Kind: Garantie und Steuerersparnis

Genau darauf hat sich die Versicherungswirtschaft eingeschossen. Die oben genannten Altersvorsorgen garantieren Ihnen eine monatliche Rente und das gesamte angesparte Kapital. Darüber hinaus erhalten Sie in der Beitragsphase Steuervorteile, die Sie in der Rentenphase zu Teilen wieder zurückzahlen. Hier wird von einer Steuerverschiebung gesprochen. So weit, so gut!

Die Anzahl der vermittelten Verträge mit Garantie beläuft sich auf circa 80 Millionen. Alle können als ‚Legaler Betrug‘ betitelt werden. Produkte wie Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge und Kapitallebensversicherung arbeiten mit der sogenannten ‚harten Beitragsgarantie‘. Ihr Geld wird im ‚Deckungsstock‘ angelegt. Dort muss Ihr Geld mündelsicher und damit risikoarm angelegt werden.

Als risikoarm werden in der Versicherungswelt Staatsanleihen der Industrienationen gesehen. Die garantierte Verzinsung liegt unter dem Inflationsniveau. Damit haben mündelsichere Anleihen ein sehr hohes Risiko für den Anlagehorizont einer Altersvorsorge.

Langfristig sind keine Verluste möglich.

Was hat es mit der Garantie auf sich?

Die grundsätzliche Logik einer garantierten monatlichen Rente oder dem gesamten angesparten Kapital erscheint schlüssig bis verlockend. Der Garantiezins war um die Jahrtausendwende hoch. Er verschleierte die mit einem Garantieprodukt einhergehenden Nachteile gut.

Aktuell liegt die garantierte Verzinsung nahe null Prozent. Schließen Sie die Kosten des Versicherungsproduktes in die Berechnung ein, ist oft weniger garantiert als von Ihnen eingezahlt.

Vertraglich ist Ihnen vor allem der Rentenfaktor garantiert. Dies ist ein Wert in Euro pro 10.000,- Euro Vertragskapital. Er wird bei Vertragsbeginn festgeschrieben. Hierin liegt der gravierende Nachteil für Sie als Sparer.

Einerseits unterliegt der Rentenfaktor über die Garantie nicht der inflationären Anpassung. Damit ist Ihr gesamtes angespartes Kapital bereits bei Vertragsabschluss garantiert mehr als 50 Prozent weniger Wert. Denn Sie wissen ab Beginn, wie hoch Ihre Rente bei Renteneintritt sein wird.

Andererseits müssen Sie je nach Vertrag zwischen 95 und 105 Jahre alt werden, um über die Rentenzahlung an Ihr angespartes Kapital zu kommen. Wählen Sie alternativ die Auszahlung Ihres gesamten Kapitals, landen Sie im Spitzensteuersatz. Dies gilt für Verträge, die nach 2005 geschlossen wurden.

Garantiezins

Welche Produkte sind betroffen?

Der Klassiker unter den Produkten mit ‚Legalem Betrug‘ ist die Kapitallebensversicherung. Der Verkaufsschlager der Versicherungswelt funktionierte bis in die 2000er Jahre hinein gut. Im Zuge des sinkenden Garantiezinses mussten Produkte her, die attraktiver erschienen. Zulagen und Steuereinsparungen boten sich als Verkaufsturbo an. Dies trifft auf die Basisrente oder Rüruprente, die Riesterrente und die betriebliche Altersvorsorge zu.

Sie können hohe Steuereinsparungen in der Beitragsphase mit diesen Produkten erzielen. Diese zahlen Sie zu Teilen in der Rentenphase wieder zurück. Man spricht hier von einer Steuerverschiebung. Darüber hinaus haben Sie keine bis wenig Flexibilität über Ihr angespartes Kapital.

All diese Produkte arbeiten mit dem klassischen Deckungsstock und über eine Garantie.

‚Legaler Betrug‘ – worin liegt er begründet?

Der ‚Legale Betrug‘ liegt in der rechtmäßig erlaubten Bildung von Stillen Reserven begründet. Dafür müssen Sie einen Blick ins HGB werfen. Auf europäischer Ebene gilt das Gleiche im IFRS.

Laut Handelsgesetzbuch gilt folgende Logik. Unternehmen und Kaufleute müssen nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) arbeiten. Aus den GoB lässt sich das Vorsichtsprinzip ableiten, welches wiederum im Niederwertprinzip mündet. In diesem Prinzip begründet sich der ‚Legale Betrug‘.

Speziell Versicherer legen die Kundengelder aus Riesterrente und Co in festverzinslichen Wertpapieren (Staatsanleihen) an. Hier entstehen noch keine nennenswerten Überschüsse. Bis zu 30 Prozent der Gelder dürfen in Immobilien und Aktien angelegt werden. Über den langen Horizont entstehen in diesen Vermögenswerten hohe Gewinne und damit Überschüsse. Von Rechts wegen müssen Sie an den Überschüssen beteiligt werden. Nur tauchen diese nicht in der Bilanz auf.

Eine Immobilie wird buchhalterisch abgeschrieben, bis sie mit einem Erinnerungswert von einem Euro in den Büchern auftaucht. Die Spanne zwischen eben diesem einen Euro und dem realen Wert nennt sich Stille Reserve. Das Bilden von Stillen Reserven ist im HGB und IFRS erlaubt. Still sind diese Vermögenswerte vor allem, weil sie unter normalen Bedingungen nicht ausgewiesen werden.

Fondsdepot und Fondspolice

Lösungsansatz

Betrachten Sie beide Phasen (Beitrags- und Rentenphase) einer Altersvorsorge, dann ist eine fondsgebundene Rentenversicherung ohne Garantie die beste Lösung (nachzulesen hier). Sie müssen jedoch berücksichtigen, dass sich ein derartiges Produkt nur über den langen Zeitraum rechnet. In allen anderen Fällen ist das Fondsdepot die bessere Lösung.

Auf diese Weise vermeiden Sie eine schlechte Verzinsung, legen Ihr Geld wirklich an, umgehen den ‚Legalen Betrug‘ und die Stillen Reserven der Versicherungsunternehmen.

Aktienrente

Aktienrente

 Aktienrente – das Wichtigste in Kürze

  • 2020 gab es in Deutschland 56 Millionen Erwerbstätige. 2035 werden es etwa 46 Millionen sein.
  • 2020 waren in Deutschland 16 Millionen Bürger 67 Jahre und älter. 2035 werden es circa
    20 Millionen sein.
  • Der Bundeszuschuss aus Steuermitteln beträgt 2022 82 Milliarden Euro. Der Trend ist hier nicht unser Freund. (Quelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge)
  • 1889 wurde die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) eingeführt. Bis 1950 erreichten wenige das Rentenalter. Dies sieht heute ganz anders aus. Die GRV, in der immer noch geltenden Form, ist ein Relikt der Vergangenheit.
  • Mit der künftigen Aktienrente, wird 2023 ein Kapitalstock in Höhe von zehn Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Alles neu macht bekanntlich der Oktober 2022? Sollen Sie denken.

Aktienrente soll die Rettung der GRV sein

Allein diese Zahlen lassen Aufhorchen. Aktuell fließt mehr als ein Fünftel des Bundeshaushaltes als Zuschuss in die Gesetzliche Rentenversicherung – Tendenz steigend.
Die deutsche Sozialversicherung steht auf fünf Säulen. Neben der Rentenversicherung steckt auch die Pflegeversicherung in einer tiefen Rezession. Kein Politiker traut sich an eine Reform der Rentenkasse ran. Inwieweit die Aktienrente dazu in der Lage ist, die Kohlen aus dem Feuer zu holen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Anspruch und Wirklichkeit einer Aktienrente

Die zwölf Seiten des Sonderpapiers für die Koalitionsverhandlungen der Ampelkoalition sind verfasst. Ein Punkt davon greift den Einstieg in eine ‚teilweise Kapitaldeckung‘ der Gesetzlichen Rentenversicherung auf. Dies soll der Retter des Generationenvertrages sein. Das damit einhergehende Umlageverfahren – wie es seit 1889 besteht – wird damit ad absurdum geführt.

Nun ist die Aktienrente beschlossen. Sie kommt im kommenden Jahr. Ähneln soll sie dabei dem skandinavischem Modell. In den Gründzügen macht sie dies nicht. Der schwedische Pensionsfonds legt Gelder aus Einnahmen und Überschüssen an. Das deutsche Modell wird kreditfinanziert sein. Dabei werden doch jedem Privatanleger Wertpapiergeschäfte auf Kreditbasis abgeraten.

Ab 2030 sollen die Erträge in die Rentenkasse fließen. Lassen Sie mich Ihnen ein einfaches Rechenbeispiel geben. Werden in 2023 zehn Milliarden Euro angelegt, stehen im Jahr 2030 bei jährlich sechs Prozent Rendite etwas mehr als 15 Milliarden Euro zur Verfügung. Jährlich fließen dagegen fast 100 Milliarden Euro an Steuergeldern in die GRV. Inwieweit fünf Milliarden Euro einmalig die Kasse stützen, bleibt fraglich.
Gehen wir überdies von einer Dividendenrendite in Höhe von fünf Prozent aus (das ist schon hoch gegriffen), dann würden jährlich 500 Millionen allen Rentnern zur Verfügung stehen. Besser als nichts!

Ursprung der Idee einer Aktienrente

Vorbilder für eine Aktienrente

Länder wie beispielsweise die Niederlande, die Schweiz und Schweden gehen als Beispiel voran. Schweden betreibt seinen Staatsfonds seit 21 Jahren erfolgreich. Über diesen langen Anlagehorizont hat der Staatsfonds etwas mehr als eine Billionen Euro investiert und angelegt. Mit einer rund 70%igen Aktienquote erzielte der Fonds eine mittlere sechsprozentige Rendite – pro Jahr.

Die Aktienrente rettet uns vor uns selbst

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Die Aktienrente ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie wird nur leider der berüchtigte Tropfen auf dem heißen Stein bleiben.

Der Fonds für die Aktienrente soll über Kredite des Bundes gespeist werden. Da ersterer selbst in der öffentlichen Hand liegt, wird von keiner weiteren Schuldenaufnahme gesprochen. Gemäß des Prinzips ‚linke Tasche – rechte Tasche‘ wird so keinem etwas weggenommen.

Der Weg der Eigenverantwortung wäre statt einer gesetzlichen Aktienrente sinnvoller. Jede Person, die  sich ihrer persönlichen Verantwortung bewusst ist, könnte über die Anlage in aktive oder passive Fonds den gleich bis besseren Effekt erzielen.

Die Aktienrente ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Aktienrente – Im Westen nichts Neues

Riester und Rürup

Ein reformiertes Rentensystem in Deutschland hat 2002 die Riester-Rente und 2005 die Rürup-Rente hervorgebracht. Mit der Absenkung des Rentenniveaus wurden die künftigen Verkaufsschlager legitimiert. 98 Prozent der Produkte wurden als reine Garantieprodukte verkauft. Die wenigen investmentbasierten Ansätze von Union Investment und DWS waren so kompliziert konzipiert, dass die Vorteile der klassischen Geldanlage in der Rentenphase verloren gehen. Dieser erste Versuch eines Ansatzes einer deutschen Aktienrente ist nicht gelungen. Die ersten Versicherer verabschieden sich nach und nach von der Riester-Rente.

Staatliche Fonds wagen sich an den Kapitalmarkt

Orientierung über die Vermögensanlage soll ein anderer staatlicher Fonds geben. Seit 2017 besteht der Kenfo. Das ist der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung. Die Erträge des Stiftungskapitals
(24 Milliarden Euro) sollen für Suche und Betrieb eines atomaren Endlagers in Deutschland aufkommen.
Der Kenfo schließt dabei selbst Investments in Kernenergie aus. Er ist an langfristigen Investments interessiert, die nachhaltig ihre Erträge erzielen.
ESG-Kriterien finden in der Anlageauswahl Berücksichtigung. In kontroverse Geschäftsfelder soll der Fonds nicht investieren. Diese Anlage könnte tatsächlich ein wenig Orientierung geben. Eine 37%ige Aktienquote wird der Idee einer langfristigen Anlage allerdings nicht gerecht. Darüber hinaus hielt der Fonds 2020 53 Prozent Anleihen. Aus einem Motiv der Vorsicht heraus ist dieses Anlagekonzept nachvollziehbar. Mittel- bis langfristig erfolgt so kein Inflationsausgleich. Eine Aktienrente müsste einen höheren Aktienanteil haben.

Darüber hinaus gibt es zwei Pensionsfonds für Bundesbeamte. Das Kapital wird von der Bundesbank angelegt. Rheinland-Pfalz und deren Beamtenversorgungsfonds gelten als warnendes Beispiel. Dieser wurde wegen Kapitalbedarf aufgelöst.

Aktienrenten gibt es bereits

In jedes Finanzkonzept gehört das Fondsdepot und die Fondspolice. Diese sind als reine Anlageprodukte zu verstehen und erfüllen damit bereits jetzt die Anspüche einer Aktienrente.

Fondsdepot und Fondspolice

Unser Fazit zu einer Aktienrente

Das Allheilmittel wird die Aktienrente nicht werden. Der Gedanke dahinter ist gut und richtig. Inwieweit die öffentliche Hand ein derart großes Projekt erfolgreich umsetzt, bleibt abzuwarten.

Die ursprünglichen Pläne sahen eine individuelle Zusatzrente für jeden Rentner vor. Davon wird in der Umsetzung nichts zu finden sein. Die Erträge fließen dem Bundeszuschuss zu und verringern diesen.

Wo und wie das Geld angelegt wird, ist überdies eine gute Frage. Sollte BlackRock gute Lobbyarbeit betreiben, dann werden ETFs von iShares als Anlageinstrument relevant werden. Das hat dann nur leider nichts mit Nachhaltigkeit zu tun.

Viele Argumente der Kritiker der Aktienrente sind sehr gut nachvollziehen. Gerade die Frage der Finanzierbarkeit wird uns wohl länger beschäftigen.
Andere kritische Stimmen bezüglich der Sicherheit der Anlage können entspannt gesehen werden. Klassische Geldanlage ist keine Spekulation. Es ist wohl das Sicherste überhaupt, in die weltweit größten Unternehmen zu investieren.

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Riester-Rente: ein Gastbeitrag auf CAPinside

Riester-Rente: ein Gastbeitrag auf CAPinside

Zusammenfassung

Robert Seifert, Finanzberater und Versicherungsmakler, sieht in der kapitalgedeckten Altersvorsorge und speziell in der Riester-Rente keine sinnvolle Möglichkeit für Sparer, die Absenkung des Rentenniveaus zu kompensieren. Er plädiert vielmehr dafür, dass Sparer zu Aktionären werden, auch wenn das bedeutet, Krisen aushalten zu müssen. Schauen wir uns die Verteilung des Gesamtvermögens in Deutschland an, ist gerade die Zahl der Fondsinhaber immer noch viel zu gering. 

Deutlich anschaulicher und lustiger kann es Volker Pispers erklären. Alle, die es etwas technischer beschrieben haben wollen, können unten weiterlesen.

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CAPinside-Trend Debatte: „Riester-Rente war nie dafür gedacht, die Rentenlücke zu schließen“

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat bereits 2011, zehn Jahre nach der Einführung der Riester-Rente, dringend zu grundlegenden Reformen geraten. Die bisher einzig sinnvolle Änderung war das Abschaffen der Anrechnung auf die Grundsicherung für Geringverdiener, die in Rente gehen. Leider auch erst nach großem medialen Druck. Dies ist nur einer von vielen Punkten, die es bei der Riester-Rente zu hinterfragen gilt.

Kapitalgedeckte Altersvorsorge

Angelehnt an einen Beitrag von Volker Pispers können wir festhalten: Die kapitalgedeckte Altersvorsorge ist „ein großer Schmu“. Dazu gehört leider auch die Riester-Rente. Als sich die Kapitallebensversicherung Ende der 90er Jahre nicht mehr verkaufen wollte, fügte die Versicherungsbranche ein paar Goodies hinzu und nannte es Riester-Rente. Der Aufbau der Produkte ist identisch und hat es damit keinen Deut besser werden lassen. Darüber hinaus war die Riester-Rente nie dafür gedacht, eine Lösung für die Rentenlücke darzustellen. Sie sollte lediglich die Absenkung des Rentenniveaus kompensieren. Und selbst das wird schwierig.

Garantie ist keine Lösung: Sparer müssen Verlustaversion ablegen

Die weiter sinkenden Leitzinsen – und damit auch die Garantieverzinsung – legen die Mängel der Riester-Rente erneut schonungslos offen. Bei Garantieprodukten wie Riester oder der Betrieblichen Altersvorsorge haben Kunden keine oder nur sehr begrenzte Kapitalanlagemöglichkeiten. Das Geld landet im Deckungsstock der Versicherer. Von klassischer Kapitalanlage kann daher keine Rede sein. Eine Rendite ist in den wenigsten Fällen erzielbar. Häufig missverstanden und verwechselt wird dies bei Zulagenprodukten mit dem „Internen Zins“. Dieser kann überaus groß sein; gerade im Fall eines alleinerziehenden Elternteils mit zwei oder drei Kindern. Rendite entsteht dann, wenn im Alter mit dem Geld auch etwas angefangen werden kann. Das ist bei diesem Produkt nicht möglich. Auch die 30%-ige Entnahmemöglichkeit bei Rentenbeginn ist nur bedingt eine sinnvolle Lösung.

Wir landen bei der Riester-Rente also ganz automatisch in einem Verrentungsszenario. Zahlt ein Versicherer aus einem angesparten Kapitalvermögen eine Rente, so ist diese gering (weil vorsichtig kalkuliert) und von Anfang an garantiert. Rechnet man in die Rentenzahlungsdauer Inflation, Steuer und Rendite ein, so reden wir von einer Lebenserwartung oberhalb der 100 Jahre. Ambitioniert! Erwartungsgemäß leben die Kunden nicht so lange. Das restliche Vermögen verbleibt als Sterbegewinn bei den Versicherungsgesellschaften.

Ein kleines Plädoyer für mehr Aktien

Die Anzahl der Aktionäre ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ein Zustand, der wünschenswerterweise erhalten bleiben sollte. Als Anleger sind wir jedoch eher verlust- und nicht risikoavers.  Spannend wird es also erst dann, wenn die jetzt 23 bis 36-Jährigen mal eine wirkliche Krise durchleben. Denn diese gab es seit 2008 nicht mehr. Aus Sicht der Kapitalanlage gehören Krisen dazu. Und für den Anlagehorizont einer Altersvorsorge allemal. It’s time, not timing!

Die Lösung wird langfristig nur über ein Aktieninvestment funktionieren. Diese geht bei der Riester-Rente so gut wie nicht.
Das könnten Einzeltitel sein. Deutlich einfacher und risikoärmer klappt es über einen aktiven Aktienfonds oder einen passiven ETF. Dies können Sie beispielhaft an meinem nachhaltigen Depot sehen. Langfristig, ist dies der sicherste und rentabelste Weg fürs Alter vorzusorgen. In Abhängigkeit von der potentiellen Anspardauer ergibt ein Depot oder eine Fondspolice Sinn. Eine detaillierte Berechnung zur Gegenüberstellung von Depot und Fondspolice finden Sie hier.

Welche Altersvorsorge ist sinnvoll?

Welche Altersvorsorge ist sinnvoll?

Zusammenfassung

Ist eine Altersvorsorge wie bspw. die Riester-Rente, die Rürup-Rente oder eine Fondspolice für die Rente die Richtige? Die Vielfalt in diesem Produktsegment ist groß. Das macht es auf den ersten Blick schwierig, die richtige Wahl zu treffen. Rürup, Riester, betrieblicher Altersvorsorge oder Fondspolice? Muss es dabei immer ein Versicherungsprodukt sein? Weiterhin sollten wir den richtigen Berater finden?
Dieser Beitrag soll Ihnen einfache Werkzeuge an die Hand geben. Dadurch bekommen Sie einen detaillierten Eindruck. Darüber hinaus werden Sie Verweise auf Sekundärliteratur finden, welche in meinem Beratungsalltag eine Rolle spielen. Es soll Ihnen ebenfalls einen Eindruck vermittelt werden, welche fachliche Tiefe ein Berater mitbringen sollte. Abschließend beantworten wir die Frage, ob die Altersvorsorge mittels ETF-Sparplan ins Depot ausreichend ist. Oder ist evtl. doch die Fondspolice ein guter Weg?

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Herausforderung

Beginnen wir mit einer Erkenntnis für den Bereich der Altersvorsorge. Diese ist gleichzeitig als wichtiger Hinweis zu verstehen, weil er die Annäherung an dieses Thema einfach macht.
Seit nunmehr über zehn Jahren befinden wir uns in einem Umfeld niedriger Zinsen. Sogar Negativzinsen von vielen deutschen Hausbanken wirken mittlerweile auf unsere Ersparnisse. Direkt merken wir das auf dem Tagesgeldkonto. Diese Entwicklung hat ebenso massiven Einfluss auf Versicherer im Allgemeinen und Altersvorsorgeprodukte im Speziellen. In die Gruppe der letztgenannten zählen alle Garantieprodukte, die mit einem garantierten Zins (sog. Höchstrechnungszins) Kundengelder anlegen. Das sind Rürup, Riester, betrieblicher Altersvorsorge und die Kapitallebensversicherung. In der Vergangenheit waren diese Altersvorsorgeprodukte vielleicht mal gute Anlageprodukte. Sie sind es längst nicht mehr. Unzählige Berater in der Finanzdienstleistung sehen leider nur die Vorteile dieser Produkte und vermitteln Sie schlussendlich.
Erkenntnis des Tages: Das Niveau des Leitzinses der EZB wird wohl auch noch auf Jahre hin niedrig bleiben!

Folgerung

Damit Sie Ihre Fondspolice zukunftsfähig gestalten, sollten Sie unmittelbar in die Finanzmärkte investieren. Das scheint riskant zu sein? Ganz im Gegenteil! Wie sich der Grafik vom Deutschen Aktieninstitut entnehmen lässt, sind breit investierende Aktienanlagen auf lange Sicht sicherer als jedes Garantieprodukte. Rechnen wir die Inflation ein, erwirtschaften Riester-Rente, Basisrente und betriebliche Altersvorsorge einen garantierten Verlust. Ausnahmen bestätigen dabei wie immer die Regel. Neben dem Wertverlust des Geld wirkt auch das Verwahrentgelt auf unser Vermögen.
Und: Es gibt sie; die sehr gute Lösung für Ihre Geldanlage und Ihre Altersvorsorge im Jahr 2021!

Wir werden im Einzelfall prüfen müssen, um welches Produkt es sich handelt und worin Ihr Geld investiert wird.
Der folgende Abschnitt beschäftigt sich eingehend mit den verschiedenen Produkten. Jedes davon bringt gewissen Eigenschaften mit. Wir werden beleuchten, welche Konsequenzen es jeweils hat.

jährliche Rendite 50 Jahre

Die Theorie in aller Kürze

Gemäß des Alterseinkünftegesetzes aus 2005 unterscheidet der Gesetzgeber zwischen drei Altersvorsorgearten. Es gibt die Basisversorgung mit der Gesetzlichen Rentenversicherung und der Rürup-Rente. Die Zusatzversorgung kommt mit der Riester-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge daher. Private Altersvorsorgen bzw. die Fondspolice werden in der dritten Kategorie zusammengefasst. Viele Berater von Banken und Versicherern preisen hauptsächlich Riester und Rürup an.

Die verschiedenen Arten der Altersvorsorge bringen jeweils eigene Produktmerkmale mit. Diese lassen sich mit den folgenden Fragen am besten zusammenfassen:

  1. Wie flexibel bzw. verfügbar soll das angesparte Kapital sein?
  2. In welchem Rahmen lässt sich das Vermögen in einer Altersvorsorge vererben?
  3. Wie sehen steuerliche Vor- und Nachteile in der Anspar- und Auszahlungsphase aus?
  4. Können Sie selbst bestimmen in welche Anlage das Geld fließt? Welche Verzinsung können Sie erwarten?

In der finalen Gestaltung der Altersvorsorgeprodukte haben Versicherer einen geringen Spielraum. Steuerliche Merkmale bringen die Produkte von ihrer Art her mit. Auch der Rahmen der späteren Verfügbarkeit des Kapitals steht in vielen Fällen fest. Größere Variationen gibt es bei den Produktkosten. Der gravierenste Unterschied besteht in der zu erwartenden Rendite der Geldanlage selbst. Ein Blick ins Detail und ein Produktvergleich sind in vielen Fälle notwendig.

 

Problemfälle: Garantie und Rente bei Riester und Rürup

Garantie

Um diese beiden Begriffen soll es nun gehen. Betrachten wir zunächst die Garantie. Die meisten Altersvorsorgeprodukte garantieren ihren Kunden das eingezahlte Geld. Spricht der Versicherer eine Garantie aus, bestimmt der Gesetzgeber wie das Geld angelegt werden muss. Dieses muss ’sicher‘ investiert werden. Der Berater wird dies als Verkaufsargument nutzen. Sicherheit kann das Versicherungsunternehmen nur über den klassischen Deckungsstock gewährleisten. Liegen Kundengelder erst einmal darin, hat der Versicherer einen großen bilanziellen Gestaltungsspielraum.

Zu Garantieprodukten hat das Hamburger Landesgericht (AZ: 74 047 / 83, LG Hamburg) bereits 1983 geurteilt. Darin wurde bestätigt, dass Produkte, die eine Beitragsgarantie aussprechen, mit ‚legaler Betrug‘ betitelt werden dürfen.

Somit wurde bereits damals die sinnvolle Geldanlage bei derartigen Produkten abgesprochen. Was früher die Kapitallebensversicherung war, sind heute Riester-Rente, Rürup-Rente (Basisrente) und betriebliche Altersvorsorge. All diese Produkte arbeiten mit einer harten Beitragsgarantie. Damit ist das bilden von stillen Reserven erlaubt. Viele Berater wissen dies nicht und/oder es ist ihnen egal, welche Folgen diese Art Altersvorsorge für uns Kunden mitbringen.

Das Bilden von stillen Reserven ist der legale Betrug. Bereits 1983 bestätigte das Landgericht Hamburg diesen Fakt. Bis in die 2000er Jahre hinein hat das niemand interessiert, weil die Garantieverzinsung noch ansprechend hoch war. Ab 2022 werden solche Produkte mit garantiert 0,25% vor Kosten und vor Inflation verzinst. Die Überschüsse kommen nie beim Kunden an. Betrachten wir kapitalgedeckte Altersvorsorgeprodukte finanzmathematisch, sind diese ein reines Minusgeschäft. Sie sind nur für eine Seite gut: für Berater/Bank/Versicherer. Der Kunde hat davon nichts. Weiter haben neuerdings Negativzinsen auch Auswirkungen auf Versicherer. Die negativen Folgen geben diese an die Endverbraucher weiter.
Es gibt sie noch: die sinnvollen Anlageprodukte! Zum Beispiel das Depot oder die Fondspolice.

Sollten Sie Riester, Rürup, bAV oder KLV ihr Eigen nennen dürfen oder vor einer Kaufentscheidung stehen, lassen Sie uns sprechen. Buchen Sie sich direkt einen Termin! Oder tragen Sie sich gern in das unten angeführte Kontaktformular ein. Wir melden uns bei Ihnen!

Rente

Flexibilität und Verfügbarkeit sind zwei hervorragende Eigenschaften für die eigenen Geldanlage! Flexibel kann eine Altersvorsorge in der Erwerbsphase hinsichtlich Anpassung oder Pausieren der Beiträge sein. Verfügbar sollte das Gesamtkapital im Ruhestand sein. Flexibilität bringen die verschiedensten Verträge mit sich. Die größte Herausforderung im Bereich der Altersvorsorge liegt darin, den Gesamtbetrag mit 67 Jahren nicht in eine gleichmäßige Zahlung (sprich: Rente) überführen zu lassen. Nur leider funktioniert jede Riester-Rente (30%ige Kapitalentnahme kommt später) und Rürup-Rente genau so. Was ist die Folge, wenn eine Riester-Rente, eine Rürup-Rente oder eine betriebliche Altersvorsorge das angesparte Kapital in einer Rente auszahlen? Nur wenige Berater am Finanzmarkt weisen darauf hin.

1. In der Regel ist eine Rentengarantiezeit vereinbart. Für diese bspw. zehn Jahre wird die Rente auf jeden Fall gezahlt; unabhängig davon, ob Vertragsinhaber:in noch lebt oder nicht. Stirbt die Person innerhalb dieser Zeit, wird die Rente die verbleibende Zeit an Erben ausgezahlt. Danach verbleibt der Rest als Sterbegewinn bei dem Versicherungsunternehmen.

2. Jedes Unternehmen in Deutschland muss gemäß HGB (siehe GoB: Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) vorsichtig kalkulieren. Ein Versicherer hat nun das Risiko, dass der Sparer sehr alt wird. Dabei orientiert sich ein Versicherer nicht an den Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes. Weil vorsichtig kalkuliert werden muss, wird eine Lebenserwartungen von im Schnitt 95 Jahren angenommen. Auf dieses Alter werden nun die monatlichen Renten berechnet.

3. Das gesparte Vermögen muss nun länger ‚gestreckt‘ werden. Dies passiert in dem eine verringerte Rentenhöhe an die betreffende Person ausgezahlt wird. Mathematisch korrekt, müssen noch Steuerabgaben, Inflation und eine magere Rendite von bspw. 2% eingerechnet werden. So ist das Alter bis das eingezahlte Geld wieder beim Sparer ist, nicht erreichbar.
Das Restvermögen verbleibt beim Versicherer und nennt sich Sterbegewinn des Unternehmens.

Details zum Altersvorsorgevergleich

1. Ebene:

Gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Rente

  • 2021 mindern 92% der Beiträge bis 20.000,- € das zu versteuernde Einkommen
  • 81% der ausgezahlten Renten erhöhen in 2021 das zu versteuernde Einkommen
    → Der Steuervorteil aus der Einzahlungsphase ist gar kein Vorteil. Es findet eine Steuerverschiebung statt. Die Steuereinsparungen in der Erwerbsphase sind sehr gut. Die steuerlichen Nachteile ab 2040 sind auch groß. Wollen Sie jetzt Steuern sparen, kann das eine gute Lösung sein. Wenige Anbieter lassen eine investmentorientierte Anlage zu.
  • In der Auszahlungsphase findet eine Verrentung des Kapitals statt.
    → Sie müssen sehr alt werden, damit sich die Rentenzahlung lohnt. Ein Verfügen über Ihr Geld ist nicht möglich. Vererben können Sie eine Rürup-Rente ebenso nicht. Vielen Beratern ist das nicht bewusst.

2. Ebene:

Betriebliche Altersvorsorge

  • Die häufigste Form der Betrieblichen Altersvorsorge ist die Direktversicherung. Dabei bietet eine bAV sehr gute Verkaufsargumente. Sie zahlen die Beiträge aus Ihrem Brutto. Dadurch sparen Sie Steuern und Sozialabgaben. Darüber hinaus sind Arbeitgeber verpflichtet 15% selbst zuzuzahlen. Das klingt zu gut um wahr zu sein. Welche Folgen bringt diese Produktart mit sich?
    → Sie sparen Sozialabgaben. Dadurch verringern sich die Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Rente reduziert sich.
    → Die Mitnahme (Portabilität) zu einem neuen Arbeitgeber ist nur vereinzelt möglich.
  • In der Rentenphase erhöht die gesamte Rente das zu versteuernde Einkommen. Und es müssen Sozialabgaben entrichtet werden. Es findet also auch hier eine Steuerverschiebung statt nebst dem, dass die gesetzliche Rente geringer ausfällt.
    → Das Geld wird nicht angelegt. Für Arbeitnehmer ist es ein reines Garantieprodukt. Verfügen können Sie nur einmalig bei Rentenbeginn. Auf Grund der vollen Steuerlast wird dies selten gemacht.
  • Die Möglichkeit den Vertrag beim neuen Arbeitgeber fortzuführen, ist stark eingeschränkt. In der heutigen Zeit mit Arbeitsplatzwechseln aller fünf Jahre, ist die bAV sehr teuer und unflexibel.
  • Einzig GGF (Gesellschafter Geschäftsführer) haben die Möglichkeit, das Kapital richtig anzulegen. Für diese kann es interessant sein.
  • Die Riester-Rente verspricht mit Steuerersparnissen, Grundzulagen von 175,- € und Kinderzulagen von 300,- € die eierlegende Wollmilchsau. Nur leider ist die Riester-Rente mit das schlechteste Altersvorsorge- und Anlageprodukt in Deutschland. Berater vermitteln dieses Produkt gern, weil auch die Zulagen in die Provision einfließen.
    → Durch die nachgelagerte Besteuerung findet auch hier eine Steuerverschiebung statt.
  • Verdienen Sie bereits durchschnittlich oder mehr in Deutschland rechnet sich dieses Produkt durch die Eigenbeiträge nicht mehr.
    → Ausnahme: Eine alleinerziehende Person mit geringem Einkommen und zwei Kindern und mehr, kann für fünf Euro im Monat die vollen Zulagen mitnehmen. Das macht die Produktart nicht besser. Denn: Verfügen können Sie über das Geld nur zu 30% bei Renteneintritt. Ansonsten müssen Sie sehr alt werden, um an das Geld zu kommen.
  • Die Kosten sind sehr hoch. Rentabel ist es nicht. Von den Fonds-Riester-Verträgen der DWS und Union ist klar abzuraten.

3. Ebene:

Private Altersvorsorge
(Fondspolice)

  • Die Kapitallebensversicherung findet in den hiesigen Betrachtungen keine Rücksicht. Dieses Produkt ist wie oben beschrieben veraltet. Es bringt die gleichen Produkteigenschaften wie Riester mit. Lediglich die steuerlichen Vorteile und die Zulagen entfallen.

 

  • In sehr vielen Fällen ist eine Fondspolice genau die richtige Wahl. Es gibt zwei Gründe, wieso um eine Geldanlage ein Versicherungsprodukt Sinn ergibt. Einerseits lässt sich mit einer Fondspolice die Kapitalertragssteuer umgehen, weil diese in einen Versicherungsmantel nicht anfällt. Andererseits erwirbt man das geltende Recht aus dem Jahr, in dem der Vertrag geschlossen wurde. So haben rechtliche Änderungen hinsichtlich des Steuerrechts, des Sozialrechts oder weiterer Rechtsbereiche keine Auswirkungen auf diesen Teil des Vermögens. Diese beiden Eigenschaften erwerben Sie mit Versicherungsmantel.
    → Für viele Altersklassen ist die Fondspolice richtig.
  • Nur über die Anlage am Kapitalmarkt lässt sich eine sehr gute Rendite erwirtschaften. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist dies fasst alternativlos.
    → Sie haben in der Beitragsphase keine steuerlichen Vorteile. Die Besteuerung in Ihrer Rentenphase ist flexibel wählbar, weil Sie bestimmen wann es Ihnen zu fließt.
  • Das volle Verfügungsrecht gilt bis zu Ihrem 90. Lebensjahr und Ihr Vermögen bleibt investiert. Auch nach Rentenbeginn können Sie in einer Fondspolice jederzeit Kapital entnehmen.
    → Mögliche Erben sind zu jeder Zeit frei bestimmenbar.

Altersvorsorge: Depot vs. Fondspolice

Wie Sie Altersvorsorge betreiben, könnte fast egal sein. Wichtig ist die wirkliche Anlage Ihres Kapitals. Und in erster Linie spielt es keine Rolle, ob Sie dabei passiv oder aktiv investieren. Entscheidend ist, dass Sie investieren! Suchen Sie sich den passenden Berater, mit dem Sie richtig investieren.

Der Anlagehorizont bis zum Ruhestand ist meist größer als 20 Jahre. Außerdem ist der lange Zeitraum für eine Aktienanlage geeignet. Im berechneten Beispiel spart eine 32-jährige Person fürs Alter. Das könnte er/sie über das Depot oder über eine fondsgebundene Altersvorsorge machen. Beide Szenarien lassen sich sehr gut vergleichen. Das Ergebnis ist eindeutig. Die Fondspolice hat klar die Nase vorn. Lassen Sie mich dies Ihnen kurz erläutern.

In der rechten Abbildung ist eine buy-and-hold Strategie im Depot rechnerisch abgebildet. Obendrei sind die Kosten unnatürlich gering hinterlegt. Als einzige Abgabe, ist die Abgeltungssteuer abzuführen. Dies sehen Sie im unteren rechten Bildrand an den beiden dick markierten Zahlen. Angenommen ist dabei, dass ein paar Jahre vor Renteneintritt das Vermögen in sicherere Anlagen umgeschichtet wird. Bei Beginn des Ruhestandes soll über das Geld verfügt werden. In diesen beiden Aktionen fällt Kapitalertragssteuer an.

Diese Steuer umgehen Sie mit einer Anlage im Versicherungsmantel. Indes wird das Produkt fondsgebundene Altersvorsorge oder Fondspolice genannt. Über das Versicherungsprodukt erkauft man sich das Recht, für die gesamte Laufzeit der Anlage keine Abgeltungssteuer zu zahlen. Dafür fallen Vertragskosten an. Diese sind im rechten Bild für eine 32-jährige Person berechnet. Auf den ersten Blick erscheinen diese Kosten als sehr hoch. Im Vergleich zu einer anfallenden Steuerlast sind sie sehr gering.

Deshalb ein wichtiger Hinweis

Einen Teil des Einkommens oder Vermögens vor rechtlichen und steuerlichen Änderungen über eine Fondspolice zu sichern, ist absolut richtig. ABER: Auf Grund der Vertragskosten ergibt eine Fondspolice nur Sinn, wenn das Kapital auch wirklich für den Ruhestand genutzt wird. Für alle anderen Ziele und Anlagen ist es das falsche Produkt.

Altersvorsorge im Depot
Altersvorsorge im Versicherungsmantel

Fazit

Mit dem obigen Altersvorsorgevergleich konnten wir die Vorteilhaftigkeit der dritten Ebene aufzeigen. Jedoch sind die steuerlichen Einsparungen der Rürup-Rente oder der betrieblichen Altersvorsorge in der Einzahlungsphase groß. Unter dem Strich werden sie in der Rentenphase teilweise wieder aufgebraucht.
Das gewichtigste Argument gegen Riester und Rürup ist die Verrentung Ihres angesparten Vermögens. Zahlt eine Bank oder ein Versicherer Ihnen eine monatliche Rente müssen Sie sehr alt werden, um Ihr eingezahltes Geld wieder zu bekommen. Ich wünsche Ihnen ein langes Leben. So alt werden Sie leider nicht. In vielen Fälle ist daher die Fondspolice eine gute Wahl.

Wenn Sie sich mit den Inhalten dieses Beitrages auseinandersetzen, könnten Sie zu dem Schluss kommen, dass das Thema einfach zu komplex ist. In seiner Gesamtheit stimme ich Ihnen zu. Ein Berater sollte all diese Aspekte kennen und anwenden können. Sie dagegen können sich an einfach Merkmalen orientieren. Diese fasse ich hier zusammen.

  1. Sie sollten Ihr Kapital wirklich investieren. Gern sollten Sie auch über ein nachhaltiges Geldanlagen nachdenken. Garantien versprechen eine Sicherheit, die keine ist. Strafzinsen verrichten heutzutage ihr übriges.
  2. Steuerliche Aspekte können eine wichtige Rolle spielen. Der Fokus sollte auf der Lebensphase liegen, in der Sie das Vermögen benötigen.
  3. Berücksichtigen Sie eine hohe Verfügbarkeit in der Auszahlungsphase. Das Zahlen einer Rente ist der einfachste Weg; zugleich aber auch der mit dem höchsten Verlustpotential.
  4. Suchen Sie sich einen wirklich unabhängigen Finanzberater. Fragen Sie nach einer fondsgebundenen Altersvorsorge oder auch Fondspolice.